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Einladung zur Winterreise am 28. Februar um 18.30

Hier im Sauerland ist es kalt, und so lag die Idee, ein winterliches Menü zu kochen, auf der Hand. Weil beim letzten Mal das musikalische Begleitprogramm gut angekommen ist, lag für mich als Musikwissenschaftler natürlich direkt Schuberts Winterreise auf der Hand. Langer Rede kurzer Sinn: Herzliche Einladung zum Zweiten Sauerländer Hirsch, und zwar am 28. Februar 2015 um 18.30. Es gibt heimische winterliche Gemüse auf nicht-alltägliche Art und Weise, zum Hauptgang vermutlich hausgeräucherten Rehbraten von einem heimischen Tier. Wie immer werde ich mir auch, auf Anfrage, einen vegetarischen Hauptgang einfallen lassen. Wie immer stelle ich an Getränken – vom Aperetif abgesehen – zweierlei Sorten von Wasser, alles andere bringt ihr selbst mit.

 

Also, meldet euch schnell an unter zumroehrendenhirsch bei gmail.com und sichert euch die restlichen Plätze!

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Auf nach Franken!

Am Samstag, 29. März, geht es kulinarisch in meine Wahlheimat, nach Franken.

Menü:

Obazda

Baggers mit Lachs und Kraut

Schäuferla nach fränkischem Familienrezept

Ausgezogene/Nonnenfürzla

fränkischer Digestif

Und natürlich, wenn jemand kein Schwein oder kein Fleisch isst, gibt es auch eine vegetarische Variante.

Weil Franken nicht nur Wein-, sondern vor allem Bierland ist, gibt es, wenn alles klappt, zu jedem Gang ein fränkisches Bier zum Kennenlernen. Deswegen diesmal  bei der Anmeldung angeben, ob mit oder ohne Bierpaket! Ich freue mich schon, endlich mal wieder für euch zu kochen. Los gehts um 18 Uhr. Anmeldungen per E-Mail an zumroehrendenhirsch @ gmail.com.

Passage to India

Liebe Supperclubber und solche, die es werden wollen:

Endlich steht der nächste Termin. Auf nach Indien! Der Flieger geht am Samstag, den 7. September, um 18.30 Uhr.

Grobe Menüvorstellung:

Chutneyvariationen

Mulligatawny Soup

Currys verschiedener Schärfegrade

Sorbet

Die Currys und auch die Suppe haben eine gewisse Schärfe – wer also gar nicht an scharfes Essen gewöhnt ist, der sei hier und jetzt gewarnt.

Bitte gebt in eurer Anmeldung an, ob ihr vegetarisch essen möchtet oder nicht. Auch vegan ist diesmal kein Problem – einfach sagen!

Wie immer sorge ich für zweierlei Arten von Wasser; Bier oder Wein oder Saft bringt ihr euch einfach selbst mit. Bei indischem Essen glaube ich, dass dem einen besser Bier, dem anderen besser Wein dazu schmeckt – deswegen kann ich euch da keinen Tipp geben!

Ich freue mich auf eure Anmeldungen an folgende Adresse: zumroehrendenhirsch bei googlemail.com

Sauerland-Supperclub ist Geschichte

Liebe Gäste: Ihr wart super. Liebe Helfer: Ihr wart der Wahnsinn. Alle beiden Abende haben mir richtig viel Spaß gemacht, ich war überraschend entspannt und habe schon total Lust auf den nächsten Abend.

Beim 2. Sauerland-Supperclub war ja Bettina Böttinger mit ihrem Team dabei. Da hatte ich schon vorher Bedenken, dass der Tag chaotisch und stressig wird und hatte die Befürchtung, dass das Kochen etwas länger dauern würde. Aber Frau Böttinger war wirklich der Hammer: Die hat mit angepackt und geschnippelt, Salat gewaschen, die bouquet garnis gebunden und war eine wirklich tolle Küchenhilfe. Würde ich gern sofort nochmal machen!

hugo wp Und ein paar Bilder der beiden Abende dürfen natürlich nicht fehlen.

Zur Begrüßung gab es einen Hugo à la Hirsch: Mit vor kurzem erst selbst gemachtem Holundersirup, einem Cremant von der Loire…ich fands lecker! Sehr erfrischend.

Übrigens auch in der alkoholfreien Variante sehr empfehlenswert: Zitronenlimonade, ein Schuss Sauerländer Apfelsaft, Limettensaft, Pfefferminze und natürlich Holundersirup.

Um die Zeit bis zum ersten echten Gang wurde mit dem Gruß des Hauses verkürzt: Forellencreme nach Sauerländer Hausfrauenart (original von meiner Patentante, bei der es immer sehr feines, leckeres Essen gibt! Ach, und ihr Garten! *schwärm*) auf westfälischem Schwarzbrot – natürlich selbstgebacken nach einem alten Hirsch’schen Familienrezept.

westfälischer salat wpErster Gang: Westfälischer Schinken an Salat nach altem Rezept. Das heißt: Auf eine Scheibe westfälischen Schinken kommt ein Kranz aus Friseesalat (noch besser: Endivie, aber den gibt es um diese Jahreszeit ja nicht mehr). In die Mitte kommt ein „Dressing“ aus langsam glasig geschmorten Zwiebeln, Kartoffelschnee und einer Essig-Öl-Vinaigrette. Diese warme Sauce mit Salat mischen und essen.

stielmuscreme wpZweiter Gang: Stielmuscreme. Etwas „ent-deftigt“ ohne Blutwurst, Schmalz und anderen fleischigen Bestandteilen, wie es im Sauerland sonst üblich ist. Also ohne jeden Schnick und ohne jeden Schnack. Ganz auf den Stielmusgeschmack konzentriert.

Bevor es zum Hauptgang ging, gab es erst noch ein Zitronensorbet mit Prosecco. Das natürlich auch hausgemachte Sorbet war eine Premiere. Jetzt weiß ich: Super einfach herzustellen, auch ohne Eismaschine! Nur sechs Zutaten sind nötig: Wasser, Zucker, Zitronensaft, Zitronenschale, Zitronenmelisse und ein Eiweiß.

bouquet garni wp3. Gang bzw. Hauptgang: Boeuf Bourguignon. Minimalistisch nur mit selbstgebackenem ofenfrischem Baguette gereicht. Und wie passt das zum Sauerländer Supperclub? Zwei Gründe:

1.: Im Sauerland isst man ja nicht nur sauerländisch. Aber man isst und reist gerne. Meine Kindheit verbinde wirklich mit tollen Köchinnen! Und bis auf den Wein zum marinieren und kochenist ja auch alles von dort.

boeuf bourguignon wp2.: Praktische Gründe. In meiner Ein-Personen-Küche kann man für zehn Personen nicht alles Essen machen. Irgendwie muss es ja auf den Herd und in den Ofen passen!

Was darf im Sauerland nicht fehlen? Bier? Stimmt. Eignet sich aber eher weniger für einen süßen Nachtisch. Die Bier-Muffins, die ich mal aus sauerländischem Bier gebacken haben, waren … eher nicht empfehlenswert. Also. Zweiter Versuch. Was darf nicht fehlen? Das Schützenfest. Deswegen: vogelschießen wp

4. Gang: Schützenfest mit Munition. Links der Kasten, der oben an der Vogelstange hängt. Leider kann ich nur Hühner malen – das soll natürlich der Adler vom Vogelschießen sein, der da so aufgeregt herumflattert. Auf einem Biskuitkuchen mit Erdbeer-Sahne-Schmand-Creme. Dazu:erdbeereis wp Selbstgemachtes Erdbeereis und frische Erdbeeren. Ich lobe mich ja ungern selbst, aber zu den Supperclubs waren die Erdbeeren gerade perfekt reif, unglaublich süß, und da das Erdbeereis überwiegend aus eben diesen Erdbeeren besteht, war es saulecker. Am liebsten hätte ich es einfach heimlich in der Küche alleine vernascht!

 

 

Das wars – jetzt heißt es warten bis zum 25.7., wenn es um 22 Uhr in der 4. Ausgabe von Bettina Böttingers Reportage-Reihe „b.sucht“ heißt: Kochen aus Passion. Ich bin unglaublich gespannt auf den Beitrag!!!

(Und wer sich über die Groß- und Kleinschreibung von Sauerländer und westfälisch wundert: Wenn eine Orts- bzw. Gegendbezeichnung auf -er endet, wird es groß geschrieben. Wenn es auf -isch endet, wird es klein geschrieben. Sauerländer Stielmuscreme, aber sauerländischer Apfelsaft. Das verstehe, wer wolle!)

Sauerland, mein Herz schlägt für das Sauerland!

Ein Bauer stand im Sauerland und dachte drüber nach, dass Hühner auf de Stange sitzen, Tauben aufm Dach…

FotoMein Heimatdorf feiert in ein paar Wochen sein 775-jähriges Jubiläum. Das, dachte ich, ist doch ein guter Grund, dieses Kochbuch aus dem Mutter-Hirsch-Kochbuchregal zu entführen und näher unter die Lupe zu nehmen! Und so geht es am 15. Juni kulinarisch dorthin, wo „die Mädchen noch wilder als die Kühe sind.“ (Damit habe ich jetzt auch genug Zoff zitiert.) In den kommenden Wochen werden Gerichte wie Panhas, Rötsch oder Potthuke noch einmal getestet. Was es genau gibt, das überlege ich mir noch, aber in jedem Fall wird es regional und saisonal.

Die meisten Plätze sind schon weg, deswegen: schnell anmelden!

Abrakadabra! Schnuppertag in Hogwarts

Am Freitag war es mal wieder so weit, und ich hatte einen richtig schönen Abend. Tolle Runde, ein Kompliment an euch! Und an meine fantastischen Eltern, die ein super Küchenteam an dem Abend waren. WAHNSINN! Richtig toll. Hier ein paar Eindrücke vom Abend:

Harry Potter-LovePotion und Wands

Begrüßungsgetränk: Liebestrank, Love Potion, getestet von Ron Weasely.

Harry Potter-wands

Als Gruß des Hauses gab es, passend zu diesem Abend, Zauberstäbe. Anstatt mit Phönixfedern und diversen Hölzern mit Sesam, Schwarzkümmel und Paprika.

Harry Potter-salat

Weiter ging es mit einem gemischten Salat mit warmem Ziegenkäse mit selbstgemachtem Holunder-Balsamico und natürlich frisch gebackenem Baguette.

Harry Potter-suppe

Als Harry vom Minister of Magic gefragt wird, ob er etwas von seiner Erbsensuppe möchte, lehnt Harry ab. Das hat zum Glück niemand mit dieser bristischen Minz-Erbsensuppe gemacht, die mit einem Besenstiel voller Garnelen daher kam.

Harry Potter-umbrisches Hähnchen

Hauptgericht: Umbrischer Hähnchentopf.

Und der Nachtisch – da habe ich vorher in der Küche mal wieder die meiste Zeit drauf verwendet. Es gab Treacle Tart (dabei habe ich festgestellt, dass es bei uns keinen Golden Syrup zu kaufen gibt – da war ich felsenfest von ausgegangen! Aber Rübenkraut ist ein guter Ersatz.) Und:

Harry Potter-sachertorte mit dem schwert von gryffindorSachertorte, natürlich nur echt mit dem Schwert von Gryffindor. Sachertorte ist was Feines! Und ein Quidditch-Feld mit einem Snitch/Schnatz für jeden.

Harry Potter-SnitchDas waren die ersten Cake-Pops, die ich gemacht habe – für mich als Kuchenbastelfan ein toller Zeitvertreib!

Wie immer gab es auch etwas für alle Gäste zum Mitnehmen: Turkish Delight in den Geschmacksrichtungen Rose, Johannisbeere und Fisch-Senf. Lecker!

Harry Potter-Turkish Delight Fischsauce

Besonderes Highlight des Abends: Schwebende Kerzen. Dafür auch ein riesiges DANKE an meinen Herrn Papa!

Harry Potter-schwebende Kerzen

Winterzauber-Nachlese

Draußen schneits und hier kommen endlich die Bilder vom vergangen Supperclub. Die Fotos hat wieder der liebe Dennis gemacht – Dennis, wenn du irgendwie eine Homepage hast, dann würde ich die hier gerne verknüpfen!

Danke, Hermann, für den Tele-Kochkurs!

speisekarte

Was es als Gruß des Hauses geben sollte, konnte ich irgendwie schlecht festlegen – schließlich sollte es ja ein Wintergemüse- und -geschmäcker Feuerwerk werden. Also gab es zwei Grüße des Hauses: birnen

rote bete carpaccio

Ein Rote-Bete-Carpaccio. Dazu habe ich die Rote Bete in Kümmel gekocht und anschließend in einer Zwiebel-Essig-Öl-Marinade ziehen lassen. Dazu gab es die guten und reifen Conference-Birnen vom Obsthof in St.Tönis, einen Dip aus Joghurt, Kokossauße und einem Hauch von Meerrettich, Chili und anderen Gewürzen. Und Pistazien.

Zweiter Gruß des Hauses war ein zweites, viel zu vernachlässigtes Wintergemüse: schwarzwurzel tempura

Schwarzwurzel. Aber nicht, wie so oft, ein einer Becher-Mehl-Sauße als Winterspargel, sondern kurz in Tempura-Teig frittiert. Und mit einer süß-scharfen Chili-Erdnussauße. Danke, liebe Küchengeister, dass ihr eine Fritteuse mitgebracht habt: So ging das für 12 Leute doch wesentlich schneller als im Topf!

Langsam aber sicher folgte die Vorspeise. kürbissuppe

Eine Paprika-Kürbis-Suppe. Inspiriert von einem Schuhbeck-Rezept, aber für unseren Abend als Vorspeisensupper abgewandelt. Diese Suppe war nicht so dick wie Kürbissuppen so häufig sind, sondern schön leicht. Mit einer Kürbis-Paprika-Einlage und ein paar Croutons.

Der Kürbis stammte übrigens vom Kürbisfest im Herbst in Franken. Faszinierend, wie lange so ein Kürbis frisch bleibt – er war wirklich ein Traum! Und ich habe einen Muskatkürbis verwendet, nicht den Hokkaido, der ja sonst so der Standard-Kürbis ist. Denn für diese Suppe passte der feine Geschmack des Muskatkürbis viel viel besser!

Das Hauptgericht. In mehreren Schritten:

rotkohl

Am längsten gebraucht hat definitv der Rotkohl. Fünf Tage vorher angesetzt und mit Orangenschalen, Lorbeer, Wacholder, Piment, weißem Pfeffer und Ähnlichem durchziehen lassen, nachdem er mit Salz und Essig ordentlich durchgeknetet war.

schweinenetz

Von dem Hirsch, der in den Wäldern von Rickrath sein Ende fand, hatte ich drei Stücke aus der Keule. Einen Tag in Wein und Gewürzen mariniert und vorm Braten statt in grünem Speck in Schweinenetz eingewickelt (beim nächsten Mal weiß ich, dass man die super fetten Stücke davon nicht unbedingt verwendet), scharf angebraten und dann einige Zeit bei mittlerer Hitze im Ofen geparkt war das Fleisch wirklich wunderbar zart. Braten ist schon was feines, und der Hirsch auch!

soße

Auch die Bratensauße hat ihre Zeit gebraucht: Der Fond war ja schon ein paar Tage vorher fabriziert (ihr könnt euch nicht vorstellen, wie toll meine Wohnung gerochen hat! Wenn es das als Raumduft gäbe…riecht viel toller als Gemüsefond. Das sage ich als fast-Vegetarier), in die Sauße gab es dann noch den Bratensaft. Schade, dass man so selten einen Grund hat, Braten zu machen! Und, dass man so eine Bratensauße tatsächlich schwer ohne den dazugehörigen Braten machen kann. (Ich glaube, ich bin grad ein bisschen zu begeistert von meinem eigenen Essen 🙂 )

maronenkroketten

In einer Weihnachts-Deko-Zeitschrift hatte ich ein Rezept für Maronenkroketten gesehen, und weil die Maronen in meinem Schrank zu viel Platz weggenommen hatten, gab es die auch noch. Eine tolle Idee!

hauptgericht

So. Und das war dann der gesamte Hauptgang: Hirschbraten, Rotkohl, Klöße, Maronenkartoffeln und Preiselbeermarmelade. Nur die Sauße fehlt hier.

Die Preiselbeermarmelade war das einzige an diesem Abend, was nicht from scratch selbst gemacht war. Denn auch die Klöße waren handgeformt (man frage meine Frau Mutter nach meinen Flüchen). Als ich vor Jahren mal meine Oma gefragt habe, wie man Klöße macht, war ihre Antwort: „Geh in einen Laden und kauf die Halb-und-Halb“ – „Oma, aber du bist doch mein absolutes Ober-Koch-Vorbild!!!“ „Wenn du dir Arbeit machen willst, dann macht das so: —„

Weiter gings mit dem Nachtisch.

fondant au chocolat

Zum Winter passend musste es etwas schokoladiges sein. Und etwas schokoladigeres als Fondant au Chocolat kenne ich kaum. Gut, ein Mousse au Chocolat, aber das hätte nicht den lauwarmen Kern gehabt, den diese Fondants gehabt haben. Zutaten? Eier, Butter, viel viel Edelbitter-Schokolade. Ein Eßlöffel Mehl. Mehr nicht. Reicht auch.

Dazu noch ein Klecks Kaffee-Sahne und Physalis – gut gegen Blasenentzündung, wie ich an dem Abend gelernt habe.

Und zum Schluss: Das Give-Away, das es bei mir ja immer gibt.

schneemann mit whiskey

Der Schneemann, der schon etwas angetrunken aussieht, obwohl er an den Whiskey gar nicht drankommt. Oder kommt er mit seiner roten Nase durch das Glas?

Für die Pralinen habe ich Minz- und Himbeer-Pralinen gemacht, sie übereinandergestapelt, ihnen einen Hut aus Kouvertüre aufgesetzt und aus so einer Zucker-Modellier-Masse eine Nase in den Kopf gepfropft.

DAS WARS! Nur: Wer räumt jetzt meine Küche auf?