Warum der Stress?

Nach einem dreiviertel Jahr des Supperclubs ist es, finde ich, Zeit für ein Zwischenfazit. Warum mache ich das eigentlich?

Ich mache das, weil ich gerne koche. Punkt.

Und: Ich finde es toll, neue Leute kennenzulernen. Ich finde es super spannend, wen man so kennenlernt: Der eine kommt, weil er das Konzept toll findet, der andere, weil er gerne neues Essen ausprobieren möchte, der dritte, weil er gerne neue Leute kennenlernen will. Wenn es irgendwie geht, setze ich mich deswegen mit an den Tisch, weil ich es sehr schade fände, meine Freunde zum Essen da zu haben, aber nicht gemeinsam mit ihnen den Abend verbringen zu können. Zum Glück habe ich deswegen ein super Support-Team, das mitkocht, mitspült, mitdenkt. Ich mag es gern gesellig, und im Gegensatz zu den meisten Supperclubs, von denen ich bislang gehört habe, sitzen immer wirkliche Freunde von mir am Tisch – keine Facebook-Freunde, sondern Menschen, die ich auch im Alltag sehe. Dafür mussten die sich von anderen Supperclub-Gästen schon erklären lassen, dass ich damit das Konzept Supperclub missverstehen würde, dass angeblich keine Bekannten des Gastgebers kommen dürften. Das finde ich totalen Blödsinn und das ist bei mir nicht so. Es ist aber gleichzeitig auch nicht so, dass bei mir nur enge Freunde am Tisch sitzen. Denn das macht den Abend erst wirklich spannend, den Freundeskreis zu öffnen und, wie ich ja schon geschrieben habe, neue Menschen kennenzulernen.

Ich mache das auch, weil ich an gutes Essen glaube. Mit gut meine ich nicht unbedingt, dass es mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet ist, sondern ehrlich. Ohne Farb- und Konservierungsstoffe, ohne künstliche Aromen. Und weil mir wichtig ist, dass die Produkte relativ regional und saisonal sind. Denn nur auf Bio zu setzen, ist in meinen Augen viel zu kurz gegriffen. Deswegen wird bei mir der Fond selbst gemacht, kaufe ich das Fleisch und das Gemüse wenn möglich beim Erzeuger, und weil frisches Brot einfach toll ist, wird auch das selbst gebacken. Da weiß ich dann, was drin ist. Und das ist mir wichtig, und diese Überzeugung möchte ich mit anderen teilen.

Ich mache es NICHT, weil ich Geld verdienen möchte. Deswegen verkaufe ich keinen Wein oder andere Getränke. Deswegen nehme ich nicht mehr Geld, als ich tatsächlich an Unkosten habe. Vielleicht bin ich deswegen günstiger als andere Supperclubs? Ich wüsste aber auch gar nicht, wie man damit Geld verdienen könnte. Ich tue es jedenfalls nicht. Nicht, indem man alle zwei Monate zehn Personen verköstigt. Mir ist es wichtig, dass ich daran nichts verdiene: Denn dann könnte man ja auch in einem guten Restaurant essen, und damit will ich gar nicht konkurrieren. Ich möchte, dass nicht nur Besserverdiener an meinem Tisch sitzen. Schon im Studium haben wir in meinem Freundeskreis ab und zu zusammen gekocht oder einer hat zum Essen eingeladen – und natürlich hat man den Gastgeber nicht auf allen Kosten sitzen gelassen!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s