Monatsarchiv: Mai 2013

Warum der Stress?

Nach einem dreiviertel Jahr des Supperclubs ist es, finde ich, Zeit für ein Zwischenfazit. Warum mache ich das eigentlich?

Ich mache das, weil ich gerne koche. Punkt.

Und: Ich finde es toll, neue Leute kennenzulernen. Ich finde es super spannend, wen man so kennenlernt: Der eine kommt, weil er das Konzept toll findet, der andere, weil er gerne neues Essen ausprobieren möchte, der dritte, weil er gerne neue Leute kennenlernen will. Wenn es irgendwie geht, setze ich mich deswegen mit an den Tisch, weil ich es sehr schade fände, meine Freunde zum Essen da zu haben, aber nicht gemeinsam mit ihnen den Abend verbringen zu können. Zum Glück habe ich deswegen ein super Support-Team, das mitkocht, mitspült, mitdenkt. Ich mag es gern gesellig, und im Gegensatz zu den meisten Supperclubs, von denen ich bislang gehört habe, sitzen immer wirkliche Freunde von mir am Tisch – keine Facebook-Freunde, sondern Menschen, die ich auch im Alltag sehe. Dafür mussten die sich von anderen Supperclub-Gästen schon erklären lassen, dass ich damit das Konzept Supperclub missverstehen würde, dass angeblich keine Bekannten des Gastgebers kommen dürften. Das finde ich totalen Blödsinn und das ist bei mir nicht so. Es ist aber gleichzeitig auch nicht so, dass bei mir nur enge Freunde am Tisch sitzen. Denn das macht den Abend erst wirklich spannend, den Freundeskreis zu öffnen und, wie ich ja schon geschrieben habe, neue Menschen kennenzulernen.

Ich mache das auch, weil ich an gutes Essen glaube. Mit gut meine ich nicht unbedingt, dass es mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet ist, sondern ehrlich. Ohne Farb- und Konservierungsstoffe, ohne künstliche Aromen. Und weil mir wichtig ist, dass die Produkte relativ regional und saisonal sind. Denn nur auf Bio zu setzen, ist in meinen Augen viel zu kurz gegriffen. Deswegen wird bei mir der Fond selbst gemacht, kaufe ich das Fleisch und das Gemüse wenn möglich beim Erzeuger, und weil frisches Brot einfach toll ist, wird auch das selbst gebacken. Da weiß ich dann, was drin ist. Und das ist mir wichtig, und diese Überzeugung möchte ich mit anderen teilen.

Ich mache es NICHT, weil ich Geld verdienen möchte. Deswegen verkaufe ich keinen Wein oder andere Getränke. Deswegen nehme ich nicht mehr Geld, als ich tatsächlich an Unkosten habe. Vielleicht bin ich deswegen günstiger als andere Supperclubs? Ich wüsste aber auch gar nicht, wie man damit Geld verdienen könnte. Ich tue es jedenfalls nicht. Nicht, indem man alle zwei Monate zehn Personen verköstigt. Mir ist es wichtig, dass ich daran nichts verdiene: Denn dann könnte man ja auch in einem guten Restaurant essen, und damit will ich gar nicht konkurrieren. Ich möchte, dass nicht nur Besserverdiener an meinem Tisch sitzen. Schon im Studium haben wir in meinem Freundeskreis ab und zu zusammen gekocht oder einer hat zum Essen eingeladen – und natürlich hat man den Gastgeber nicht auf allen Kosten sitzen gelassen!

Sauerland, mein Herz schlägt für das Sauerland!

Ein Bauer stand im Sauerland und dachte drüber nach, dass Hühner auf de Stange sitzen, Tauben aufm Dach…

FotoMein Heimatdorf feiert in ein paar Wochen sein 775-jähriges Jubiläum. Das, dachte ich, ist doch ein guter Grund, dieses Kochbuch aus dem Mutter-Hirsch-Kochbuchregal zu entführen und näher unter die Lupe zu nehmen! Und so geht es am 15. Juni kulinarisch dorthin, wo „die Mädchen noch wilder als die Kühe sind.“ (Damit habe ich jetzt auch genug Zoff zitiert.) In den kommenden Wochen werden Gerichte wie Panhas, Rötsch oder Potthuke noch einmal getestet. Was es genau gibt, das überlege ich mir noch, aber in jedem Fall wird es regional und saisonal.

Die meisten Plätze sind schon weg, deswegen: schnell anmelden!

Juni-Supperclub

Am 15. Juni ist der nächste Supperclub – damit steht schon mal der Termin fest, auch wenn ich mir noch nicht sicher bin, unter welchem Motto der Abend stehen wird und damit auch der rote Faden und die endgültige Essensfolge noch nicht steht. Soviel steht aber schon mal fest:
– es wird nicht komplett vegetarisch (aber es gibt wie immer eine vegetarische Option! Und der Supperclub danach, könnte ich mir gut vorstellen, wird mal fleischlos.)
– es wird Gemüse der Saison und Region geben. Was genau, das überlege ich mir noch!
– Spende wird wohl, vermutlich und wie immer, bei ca. 20 Euro liegen.

Ich freue mich auf eure Anmeldungen – vor allem freue ich mich über Anmeldungen von neuen Gästen!
Und wenn Interesse an einem integrierten Whiskey-Tasting besteht, dann tut das mal Kund.

Testküche mit Tim Mälzer

Meine fantastischen Kollegen haben mir ja ein Tim Mälzer-Abo geschenkt, und diese Woche habe ich schon gleich zwei Rezepte getestet. Denn für den Supperclub ist man ja immer auf der Suche nach neuen interessanten Geschmackserlebnissen!

Testobjekt 1:

Schweinemedaillons auf Nudelbett mit Rhabarber-grüner-Pfeffer-Sauce

Wer mich kennt weiß, dass ich Rhabarber liebe. Und da kann ich natürlich einem Rezept mit den sauren Stangen nicht widerstehen! Für die Sauce kocht man Rhabarber in Weißwein und gibt einen Teelöffel grünen PfeffP1050988er dazu.

Ungemein lecker sieht das jetzt auf dem Foto nicht aus, aber dennoch mein Fazit:

– Schweinemedaillons habe ich schon viel zu lange nicht gegessen. Und mit grünem Pfeffer sind die unschlagbar.

– der Rhabarber passt da überhaupt nicht rein. So gar nicht. Einerseits geht er total unter, weil der Pfeffer einfach scharf ist, andererseits, wenn man dann ganz genau hinschmeckt, passt das trotzdem nicht.

– mein Feuermelder funktioniert hervorragend.

Testobjekt 2:

Spargel mit Kartoffelschnee, Schinken und Milch-Zitronenschale-Schaum

Im Grunde ganz einfach: Spargel kochen, mehligkochende Kartoffel kochen. Milch mit Zitronenschale köcheln lassen, etwas binden und aufschäumen. Dann der Clou: Die Kartoffeln durch eine Kartoffelpresse direkt auf den Teller drücken. Das sieht dann ungefähr so aus:

spargel

Fazit:

– Diese Idee des Kartoffelschnees finde ich super. Mit der Sauce entsteht quasi auf dem Teller Kartoffelpüree, aber eben nur, wenn man beides vermanscht.

– Die Sauce war überraschend lecker – die leicht zitronige Note passt, finde ich, hervorragend zu Kartoffeln und Spargel!

– einziger Nachteil: Ich hätte gerne noch viel mehr davon gegessen.