Monatsarchiv: Juli 2012

Rumkugeln und Walnusspralinen

Das Kochbuch, aus dem ich bislang das meiste gekocht – oder besser: gebacken habe, ist Backvergnügen wie noch nie, 11. Auflage. Hier könnte ich es Julia aus Julie and Julia am schnellsten nachmachen… Während der Gemüsefond vor sich hinköchelte, habe ich auch aus dem letzten mir bis dahin noch fehlenden Kapitel etwas ausprobiert.

Zutaten für die Rumkugeln

Was für ein Kalorienfest! Los geht es mit den Rumkugeln. Tausendmal gegessen, aber nie wirklich drüber nachgedacht, wie die gemacht werden…und damit es nicht langweilig wird, das Rezept auch nicht vorher gelesen. So bleibt es so spannend wie ein Krimi.

 

Sahne aufgekocht, Edelbitterschokolade und Zartbitterkouvertüre darin aufgelöst, mit Rum und Mandeln vermischt und ab in den Kühlschrank.

In der Zwischenzeit mit den Walnusspralinen angefangen: Auch hier hatte ich vorher nur die Zutaten gelesen…das macht es wirklich spannend! Also schöne Walnüsse herausgesucht und nicht so schöne Walnüsse zu Mehl zerhechselt, mit Puderzucker gemischt und mit Rosenwasser zu Marzipan verarbeitet. Aha! Das ist also die Walnusspraline! Beim Probieren war ich etwas enttäuscht, lecker, aber das Rosenwasser war doch etwas penetrant. Obwohl nicht nicht mehr genügend hatte…heute, am nächsten Morgen, schmecken sie aber vorzüglich. Zartbitterkouvertüre geschmolzen, Teig ausgerollt und in Vierecke geschnitten, mit Kouvertüre überzogen und mit Walnüssen dekoriert. Einfacher gehts wirklich nicht!

Anschließend die Rumkugelmasse aus dem Kühlschrank geholt und Kugeln geformt. Dabei ständig die Hände unter kaltes Wasser gehalten, damit die Masse nicht an meinen Händen schmilzt. Nochmal ins Eisfach, während die Vollmilchkouvertüre schmilzt. Nach ein oder zwei Fehlversuchen war mir dann auch klar, wie es weiterging: Die Kugeln auf einen Zahnstocher pieksen, mit Kouvertüre überziehen, zum Antrocknen beiseite legen. Hier habe ich übrigens ca 50g weniger Schokolade gebraucht, als im Rezept angegeben. Anschließend die noch weiche, aber außen nicht mehr flüssigen Kugeln mit Schokoflocken überzogen und trocknen lassen. Puh, das hat gedauert! Der Gemüsefond war schon längst fertigund als die Pralinen es auch waren, habe ich die Zahlen meiner Küchenuhr ungefähr so scharf gesehen, wie hier zu sehen…

Saulecker.

Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Walnusspralinen sind einfach saulecker, und die Rumkugeln sind mit den gekauften auch wirklich nicht zu vergleichen.

Sehr gut für zukünftige Supperclubs geeignet!

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Kochflash am Freitag abend: Gemüsefond und Pralinen

Alles, was man für einen anständigen Gemüsefond braucht.

Vor ein paar Tagen habe ich Julie and Julia gesehen, und so anstengend ich die Stimme von Meryl Streep in dem Film fand, so sehr hat mich die Idee doch fasziniert: Ein Kochbuch von vorne bis hinten durchkochen. 365 Tage, 524 Rezepte. Wenn ich ein geeignetes Kochbuch finde, dann könnte mir das auch passieren. Bis dahin habe ich erstmal beschlossen, häufiger wieder was Neues zu probieren. Also ein Kochbuch durchgeblättert, das ich zu meinem Herd geschenkt bekommen habe, aber noch nie angeguckt habe.

Die Wahl für den Abend: Gemüsefond.

Eigentlich ganz einfach: Zwiebel bräunen; in einem anderen Topf Zwiebeln anschwitzen, Gemüse dazu (Lauch, Staudensellerie, Knollensellerie, Möhren, Tomaten, Zucchini und ein bisschen Kohlrabi), ordentlich schmoren lassen, die gebräunte Zwiebel dazu, mit 3 Liter Wasser und o,25l Weißwein aufgießen, Thymian und Rosmarin aus dem Garten holen und mit ein bisschen Lorbeerblättern auch noch in den Topf und dann: warten, warten, warten. Nach 40 Minuten das Gemüse entfernen, indem man alles durch ein Tuch gießt, und wieder warten, warten, warten. Schließlich sollten am Ende nur noch 1,5l übrig bleiben.

Göttlicher Geruch!

Und zum Ergebnis: Unglaublich. Schade, dass man Gerüche nicht auch bloggen kann – der absolute Oberhammer. Sooo lecker! Die nächsten Gerichte werden noch toller als normal.

Eigentlich ganz einfach. Eigentlich. Denn verpeilt wie ich bin, denke ich natürlich nie daran, wie viel Flüssigkeit in so einen Topf passt und so hatte ich am Ende des Abends zwei Pfannen, einen mittelgroßen und einen großen Topf dreckig…aber das weiß ich jetzt für die Zukunft! Es hat sich gelohnt. Kochen macht glücklich!

Sunday Roast on a Thursday

Es ist soweit: Der erste Supperclub findet statt. Und zwar wie verprochen mit einem gepimpten Sunday Roast, aber weil ich an Wochenenden einfach nicht kann, an einem Donnerstag.
Was euch erwartet:

~ Amuse~

~ Mint and Pea Soup ~

~ Sunday Roast: Beef with Horseradish Sauce, loads of Veggies, Yorkshire Pudding and more ~

~ Pudding: Surprise! ~

~ Tea or Coffee~

An Getränken stelle ich außer Leitungswasser nichts; wenn ihr gerne Alkohol, Saft oder was auch immer möchtet, bringt euch das einfach selbst mit. Korkgeld gibts nicht, aber auch keinen Platz im Kühlschrank (sorry – Platzgründe!).

Also. Lasst euch überzeugen, dass die britische Küche VIEL besser sein kann als ihr Ruf und meldet euch an! Das Dinner findet nur statt, wenn sich zwischen 6 und 12 Personen anmelden.

Wenn ihr irgendwelche Allergien habt, sei es gegen Milch, gegen Mehl, gegen Meerrettich oder gegen was auch immer – sagt es gleich in eurer Anmeldung, damit ich mich drauf einstellen kann. Auch, wenn ihr kein Fleisch esst sagt Bescheid, dann gibt es eine vegetarische Variante.
Höhe der erwarteten Spende: 15 Euro, zu zahlen vor Ort.

Übrigens habe ich die Suppe neulich mal ausprobiert – und ich fand die nicht nur lecker, sondern auch sehr grün!

Los gehts!

Haltet euch fest: Es dauert nicht mehr lang, dann hat auch Krefeld seinen ersten Supperclub. Bislang gibt es die hauptsächlich in Berlin; einen gibt es auch in Düsseldorf; aber in ein paar Wochen öffnet das erste Wohnzimmer in Krefeld für einen Abend.

Als ich vor zwei Jahren in England studiert habe und nach Wegen suchte, mein Studium zu finanzieren (mein Stipendium war ausgelaufen), da wollte ich schon in das Supperclub-Business einsteigen. Nur gab es zwei Hindernisse: Einerseits hätte ich damit wohl kaum mein Studium finanzieren können, andererseits hatte ich kein Wohnzimmer, geschweige denn eine Wohnung, in der ich so einen Supperclub hätte halten können. Aber weil ich weiterhin wahnsinnig gerne koche, mit neuen Rezepten experimentiere und mir ganz besondere Dinner ausdenke, fange ich jetzt einfach an. Damit es auch klappt – verbreitet die Info! Verbreitet die Seite!

Bei ZUM RÖHRENDEN HIRSCH geht es nicht in erster Linie um exquisites Essen und den dazu perfekt passenden Wein. Bei ZUM RÖHRENDEN HIRSCH geht es vielmehr um bodenständiges, gutes Essen. Ohne allzu viel Schnick und allzu viel Schnack. Essen aus England, Indien, der Heimat, Frangn, der neuen Welt. Essen aus dem Barock, der Klassik und anderen Epochen. Vielleicht gibts mal ein Krimi-Dinner, und ein Geocaching-Dinner habe ich mir auch schon ausgedacht. Und weil ich eigentlich mindestens genauso gerne backe, gibt es bestimmt auch mal einen guten alten Kaffeeklatsch. Soviel zur Theorie – jetzt muss nur noch die Praxis her!

Mein Credo sind gute Zutaten. Gute Zutaten sind entweder aus der Region oder Bio. Auch finde ich zentral, seinen ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten – deswegen wird es weder Spargel noch Erdbeeren im Winter geben. Grundsätzlich esse ich selbst sehr wenig Fleisch; dennoch wird es welches bei mir geben. Allerdings immer aus guter Haltung. Das heißt nicht unbedingt, dass das Fleisch bio ist – sondern vielmehr, dass es von Höfen stammt, die ich kenne und wo ich mit gutem Gewissen einkaufe. Und wenn das nicht möglich ist, verlasse ich mich aufs Bio-Label.

Das erste Dinner – als Hommage an meine Zeit in England – wird ein Sunday Roast werden. Vermutlich nicht an einem Sonntag. Aber mit vielen Dingen, die die englische Küche zu bieten hat. Da dürfen Pfefferminze, Erbsen, Yorkshire Puddings, Stuffing, Parsnip und Eaton Mess oder ähnliches nicht fehlen…ich freue mich schon total drauf!

Damit also mein neues Projekt kein Flop wird – verbreitet die Info!